Angela Merkel: Lieblingsmädchen der „Entscheider“

Von WOLFGANG HÜBNER | Martin Schulz ist, so er das überhaupt je war, nicht mehr beliebt beim Wählervolk. Aber so schlecht und schwach bewertet wie bei den sogenannten Spitzenkräften aus Politik, Wirtschaft und Behörden ist Schulz, die Rache Sigmar Gabriels an der SPD, selbst bei Müller, Meier und Schmidt nicht. Spitzenkräfte werden neuerdings ja immer öfter „Entscheider“ genannt, ein übrigens höchst aufschlussreicher Begriff in der real existierenden deutschen Demokratie. Kürzlich hat das Allensbach-Institut eine Befragung unter 521 „Entscheidern“ durchgeführt. Das Ergebnis ließ an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig: 87 Prozent würden Bundeskanzlerin Angela Merkel lieber weiter im Amt sehen, nur 12 Prozent, das sind nicht mehr als rund 60 Personen unter den Befragten, würden Martin Schulz in dieser Position vorziehen.

Auch in den Fragen von Allensbach nach dem Profil der beiden Politiker hat Merkel in allen Feldern wie Durchsetzungsvermögen oder Kompetenz einen deutlichen, teilweise haushohen Vorsprung. Es ist deshalb verständlich, dass der arme Martin, der doch vor einigen Monaten noch sagenhafte 100 Prozent Zustimmung von seiner Partei aufgebürdet bekam, in seiner Verzweiflung geradezu selbstmörderisch die „Flüchtlinge“ zum Wahlkampfthema machen will. Sowas kann zwar die doppelzüngige CSU ärgern und der etwas eingeschüchterten AfD neuen Auftrieb geben. Angela Merkel wird das jedoch wenig scheren. Denn sie weiß, dass die Mächtigen im Land fast vorbehaltlos hinter ihr stehen. Und damit ist bis zum Wahltag am 24. September eine positive Berichterstattung in den unter Kontrolle der „Entscheider“ stehenden Medien garantiert, wesentliche Voraussetzung für den erneuten Erfolg Merkels.

Industrie, Finanz, Handel und Medien stets zu Diensten

Es wird ja immer wieder darüber sinniert und gerätselt, warum diese so dröge und langweilig wirkende und noch dröger und langweiliger sprechende Linkspfarrerstochter mit auffällig vernebelter DDR-Vergangenheit sich trotz schwerster Vergehen an Gegenwart und Zukunft Deutschlands immer weiter im Amt halten und nun einem weiteren, schon so gut wie sicheren Wahlsieg entgegensehen kann. Natürlich gibt es nicht nur eine Erklärung für dieses aus patriotischer Sicht grausige Phänomen. Doch die vielleicht wichtigste ist ganz einfach: Angela Merkel ist das Lieblingsmädchen der „Entscheider“. Denn sie ist die allzeit dienstbare Genossin der Bosse aus Industrie, Finanzen, Handel und Medien. Genau das aber ist im Land der führenden europäischen Wirtschaftsmacht von überhaupt nicht zu überschätzender, von wahrlich entscheidender Bedeutung.

Noch in keinem einzigen Fall nämlich hat Merkel eine politische Entscheidung getroffen oder mitgetragen, die sich gegen die Interessen der großen Mehrheit der „Entscheider“-Schicht gerichtet hätte. Das gilt auch für die beiden aus Sicht der deutschen Normalbevölkerung folgenreichsten negativen Zukunftsschädigungen der Kanzlerin, also Energiewende und Grenzöffnung. Die Folgen und Kosten der Energiewende betreffen großverdienende „Entscheider“ so gut wie überhaupt nicht, wenngleich sich gewiss einige über Windräder am Horizont ihres Villenausblicks etwas ärgern dürften. Im Gegenteil, mit dieser Wende wurden neue Geschäfts- und Profitmöglichkeiten eröffnet.

Systemtreuer, maximaler Einsatz für Profitinteressen

Und die geduldete Invasion muslimischer Heerscharen und anderer Sozialflüchtlinge senkt auch für „Entscheider“-Familien tendenziell die Kosten für bestimmte Dienstleistungen. Die Globalisierungsgewinner sind bekanntlich die größten Befürworter der bunten, „multikulturellen“ Gesellschaft. Da sich in der Regel Flüchtlingsunterkünfte nicht in der Nachbarschaft gutbetuchter Viertel befinden, resultiert auch daraus kein Problem. Morde oder Vergewaltigungen an „Entscheider“-Töchtern wie im Vorjahr in Freiburg bleiben – wenigstens bislang – die tragische Ausnahme. Vor solchen menschlichen Kollateralschäden der „Kulturbereicherung“ sind eben auch die Privilegierten nicht völlig gefeit.

Unendlich viel größer als der relativ geringe Schaden, den Merkels Politik bei sehr wenigen „Entscheidern“ anrichtet, ist der Nutzen der Bundeskanzlerin für die Interessen der Mächtigen hinter der politischen Schaubühne. Wenn die Kanzlerin mit den Wirtschaftsbossen nach China, Indien oder sonst wohin reist, dann setzt sie sich maximal für die Profitinteressen der Exportindustrie ein, also die Basis der deutschen Macht in Europa und der Welt. Sie, die sich einst bestens mit den kommunistischen Machthabern der DDR zu arrangieren wusste, hat perfekt gelernt, auch der kapitalistischen Maschinerie zu dienen. Die Bosse wissen eine solch anpassungsfähige, systemtreue Genossin, die für den Fall der Mauer keinen Finger krumm gemacht hatte, sehr zu schätzen.

Keine guten Aussichten für Deutschland

Seit Merkel den alten Helmut Kohl, der für das Großkapital und Großfinanz unnütz und zur Belastung geworden war, in deren publizistischem Zentralorgan FAZ skrupellos abservierte, genießt sie trotz kleinerer Krisen das Vertrauen der „Entscheider“. Inzwischen weiß Merkel längst, wie auch sie diese Maschinerie bedienen kann, um sich an der Spitze des politischen Apparates zu halten. Aber sie hat es stets vermieden, die tatsächlich Mächtigen mit selbstherrlichen Alleingängen zu ärgern oder gar zu provozieren.

Deshalb kann diese Kanzlerin weder von dem bayrischen Dampfplauderer Seehofer, den SPD-Trampeln Gabriel und Schulz oder gar der Weicheierriege der CDU von Laschet bis Strobl ernsthaft gefährdet werden. Das könnte nur eine schwere ökonomische Krise mit der Notwendigkeit der Auswechslung des politischen Führungspersonals oder eine breite, derzeit aber nicht zu erkennende Volksbewegung gegen die Umvolkung und Ruinierung des Sozialstaates bewirken. Ansonsten wird Deutschland weitere vier Jahre mit dem Lieblingsmädchen der „Entscheider“ leben müssen. Gute Aussichten sehen anders aus.

Dieser Beitrag wurde zuerst auf den Seiten von PI-News veröffentlicht.
Besuchen Sie einfach einmal die Seiten von PI-News und lassen Sie sich von den gelungenen Beiträgen überraschen.

Hier geht es zu PI-News . . .

 

Hinterlasse einen Kommentar

Benachrichtige mich zu:
avatar
2000

Teile es mit einem Freund