Indonesien: Alltag in Banda Aceh – Demnächst auch bei uns?

Von Sarah Goldmann | Nach jahrzehntelangen blutigen Kämpfen für eine islamische Unabhängigkeit hatten Separatisten der „Bewegung freies Aceh“ (GAM) 2005 erreicht, dass sie ihr eigenes islamisches Recht, die Scharia, für alle Bewohner der indonesischen Provinz verbindlich durchsetzen durften, also auch für die wenigen noch nicht ausgerotteten Christen (ca. zwei Prozent) oder „weltliche Muslime“ in der Region. Im Gegenzug massakrierten sie keine Menschen mehr und gingen zum friedlichen Teil des Islam über. Der sieht so aus, wie der Weltspiegel für heute Abend (19.20 Uhr) berichtet:

Scheinwerfer leuchten in die Nacht. Im Schritttempo patrouilliert die Scharia-Polizei durch Banda Aceh. Die Beamten scheuchen Liebespärchen auf. „Geht nach Hause. Es ist spät.“ Die Männer überwachen, dass die Scharia eingehalten wird, das muslimische Recht.

Alkohol, Händchenhalten, Flirten zwischen Unverheirateten: laut Scharia alles verboten.
„Wir haben sie angewiesen, Platz zwischen sich zu lassen oder nach Hause zu gehen“, sagt Iklasila. „Wenn wir das nachher noch mal sagen müssen, dann nehmen wir sie mit aufs Revier.“

Die Macht der Moralwächter ist beinahe uneingeschränkt. Sie stürmen Hotelzimmer, Karaoke-Bars und die Restaurants entlang der Straße. Blitzschnell sind die Tische und Stühle leer, ängstlich verschwinden die jungen Pärchen in die Nacht. Eine umgefallene Cola, frische Spuren von unerlaubter Zweisamkeit.

„Wir sind ja verheiratet“, erklärt sich diese junge Frau. „Wir haben nur noch nicht unsere Namen im Ausweis geändert.“ Pause von der Patrouille, die Beamten wollen beten.

Nach der frommen Einkehr mit geistlicher Stärkung sammeln die Islamwächter dann weiter Delinquenten ein, deren Verbrechen es war, ein Glas Bier zu trinken oder als Paar zu nahe beieinander gesessen zu haben, während sie sich unterhielten.


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