Gitte Haenning hat sich einen Koran besorgt

Von Jim Knopfloch | Die mittlerweile 70jährige dänische Schlagersängerin Gitte Haenning (Hit „Ich will ’nen Cowboy als Mann“) war am Freitag Gast in der NDR-Talkshow. Komplett in weiß gekleidet, mit den Händen pausenlos ihre Struwwelpeter-Frisur richtend und schmatzend mit der Zunge ihre Zähne nach Nahrungsresten abschleckend, wirkte Haenning kauzig und erinnerte etwas an den legendären Klaus Kinski bei den Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“.

Warum hat man Haenning eingeladen? Sie spielt derzeit in Lübeck in dem Andrew Lloyd Webber-Music „Sunset Boulevard“ die Figur Norma Desmond; eine alte Hollywood-Diva, die ihre besten Jahre hinter sich hat und nun komplett isoliert und abgeschottet von der Außenwelt lebt. „Ich liebe Norma Desmond“, erklärt Haenning. Und in der Tat scheint die Liebe sich auch in gewissen Parallelen widerzuspiegeln. Denn eine Abschottung von der Außenwelt, eine Nicht-Wahrnehmung der Realität (vor allem eine absolute Islam-Unkenntnis) ist auch bei Haenning zu erkennen. Denn was die Frau ab 10:28 Minute – angesprochen auf ihr Engagement im Verein „Freeartus“ – an wirren Satzfetzen von sich gibt, ist zwar rührend und man sollte es ihr grundsätzlich hoch anrechnen, aber es ist so naiv, dass es wie Satire wirkt.

„Die Religionskriege … müssen wir auflösen, und deswegen irgendwie mit Aufklärung…“

Künstler haben sich in dem besagten Verein offenbar zusammengetan, um sich „für Einwanderer“ zu engagieren, denn „man kann das nicht den Politikern überlassen“. Und so erklärt sie: „Die Religionskriege … müssen wir auflösen, und deswegen irgendwie mit Aufklärung…“ und „auf der Bühne sage ich, dass die Bibel ein wahnsinnig spannender Kriminalroman ist“ (an dieser Stelle sieht man den ebenfalls eingeladenen Bischof und EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm, der auch gerne mal sein Kreuz abnimmt, um Muslime nicht zu provozieren, schmunzelnd nicken!). In Berlin hat man Gitte Haenning und ihrem Verein jetzt ein Gebäude mit Bistro und Restaurant zur Verfügung gestellt. Auch Filme sollen dort gezeigt werden. Dort möchte sie Flüchtlingen anbieten, zu kommunizieren und zu philosophieren. Interessant!

Ein absolutes Highlight: „Ich habe schon den Koran gekauft, ich habe keine Zeit gehabt reinzuschauen.“ Liebe Frau Haenning, wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. Am besten vorher nochmal gründlich den Mund ausspülen und die Speisereste entfernen, denn die könnten Ihnen sonst bei der Fülle an Tötungsbefehlen und Hass im Halse steckenbleiben.


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